Wie wird man Diakonisse
Die Schwesternschaft besteht seit 1908. Zur Zeit gehören rund 350 Diakonissen dazu.
Die Schwesternschaft ist eine große Gemeinschaft in der die Frauen zusammen leben,
arbeiten und ihrem Glauben an Jesus Christus nachgehen.
Gott muss es sein, der in das Leben einer jungen Frau hineinspricht und sie persönlich
zur Diakonisse beruft. Folgt sie der Berufung in die Schwesternschaft, dienen die ersten beiden
Jahre der diakonischen Grundausbildung. Das gemeinsame Leben in der Schwesternschaft, der
Unterricht in biblisch-theologischen Fächern und die Mitarbeit in den verschiedenen
Arbeitsbereichen des Mutterhauses sind Schwerpunkte in dieser Zeit. Seelsorgerliche Gespräche
tragen dazu bei, über den gewählten Lebensweg gewiss zu werden. Danach wird die Schwester
als Jungdiakonisse in die Schwesternschaft aufgenommen. Sie erhält eine Berufsausbildung
oder wird auf einen ersten Dienstplatz gesandt, der ihrer bisherigen beruflichen
Qualifikation und ihren Fähigkeiten und Kräften entspricht. Nach zehnjähriger Zugehörigkeit
bekennt sie sich noch einmal vor Gott und der Schwesternschaft dazu, dieser Lebensführung
treu zu bleiben.
Von einem Besuch an einem Nachmittag bis hin zum Mitleben in der Schwesternschaft für eine
vereinbarte Zeit besteht die Möglichkeit, näheren Kontakt aufzunehmen.
Ehelosigkeit
Die Ehelosigkeit gibt den Schwestern den nötigen Freiraum für Jesus Christus und den Dienst
am Menschen. So können die Frauen sich völlig auf Ihre Berufung konzentrieren und genießen
ihr Leben in der Gemeinschaft.
Die Tracht
Die Tracht ist ein Bekenntnis zu Jesus Christus und ein Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit.
Andere Menschen wissen dadurch sofort, dass diese Frauen ihrer Berufung - dem Glauben an
Jesus Christus - folgen. Der Glauben wird durch die Tracht weiter in unsere Gesellschaft
transportiert, da sie die Menschen anregt sich mit dem Glauben zu beschäftigen, so entstehen
auch Gespräche mit den Schwestern über Jesus Christus.
Lebensstil
Die Schwestern leben aus einer gemeinsamen Kasse. Nur ein geringer Teil wird für die eigene
Versorgung eingesetzt, der Großteil wird für missionarisch-diakonische Aufgaben verwandt.
Die Vergütung ihrer beruflichen Tätigkeit außerhalb des Mutterhauses stellt die Schwester
immer der Gemeinschaft zur Verfügung. Der Konsumzwang tritt völlig in den Hintergrund,
dadurch entsteht mehr Freiraum für ihre Berufung.
Arbeiten
Diakonissen wählen ihren Arbeitsplatz nicht selbst, sondern sind bereit, sich senden zu
lassen. Sowohl Persönlichkeit, Gaben und Fähigkeiten der einzelnen Schwester,
als auch der gemeinsame Auftrag, werden bei der Suche nach der richtigen Aufgabe berücksichtigt. Gebet und gemeinsames Gespräch
sind hier unverzichtbar.
Diakonissen arbeiten heute als Krankenschwester, Altenpflegerin, Bademeisterin/
Masseurin, Pflegedirektorin und Lehrerin für Pflegeberufe.
Vielfältiger Verkündigungs- und Seelsorgedienst geschieht in Kinder-, Jugend-. Gemeinde- und
Gemeinschaftsarbeit, in der Drogenhilfe und im missionarisch-diakonischen Dienst unter
Flüchtlingen und ausländischen Mitbürgern. In diesen Bereichen sind Diakonissen tätig als
Erzieherin, Gemeindediakonin und Jugendreferentin. Weitere Aufgabenbereiche finden sich in
Wirtschaft und Verwaltung. Dort sind Diakonissen z. B. als Köchin, Hauswirtschafterin,
Hauswirtschaftsleiterin, Schneiderin, Verwaltunsfachkraft und Buchhalterin eingesetzt.
Empfindungen einer Zuhörerin
Der Vortrag hat mir viele Fragen zum "Diakonisse sein" beantwortet, z.B. warum auch heute noch
die Ehelosigkeit oder das Tragen der Tracht notwendig ist. Ich durfte einige Schwestern
dieser Gemeinschaft kennenlernen und fühlte mich sehr wohl dabei, sie begegneten mir so
offen und freundlich, ohne Vorurteile. Ich bewundere den einfachen Lebensstil der
Schwestern und halte ihre Aufgaben für sehr wichtig. Diakonissen sind eine Bereicherung
unserer Gesellschaft und ich war überrascht über die vielfältigen Einsatzbereiche der
Schwestern.